Was kostet ein Kätzchen ?

 

März 2004

Nachdem ich heute in der Mittagspause beim Surfen im Internet wieder mal eine neue Norwegerseite entdeckt habe, auf der sich die entsprechende "Anfänger" Züchterin seitenlang über die Entstehung und Begründung der hohen Preise für Katzenkinder meinte auslassen (und rechtfertigen?) zu müssen, ist mir der Kragen nun endgültig geplatzt, und ich nutze meine momentan noch anhaltende Aufgebrachtheit, um jetzt endlich auch einmal meine ganz persönliche Meinung zu diesem Thema zu äußern.

Vorab ein paar Fragen an alle Züchter, die der festen Überzeugung sind, sich auf ihren Seiten unbedingt detailliert über Preise äußern zu müssen:  

1. Sollte Katzenzucht nicht ursprünglich einmal ein Hobby sein?  Hobbys kosten Geld, das weiß jedes Kind. Niemand zwingt euch dazu Katzen zu züchten, es ist eure eigene freie Entscheidung, so wie die entstehenden Kosten ebenfalls eure Angelegenheit sind und keineswegs einem Kaufinteressenten vorgerechnet werden sollten. Das ist extrem langweilig und noch dazu absolut überflüssig!!!

2. Wie viele Jahre lang wollt ihr eigentlich dem Käufer die Anschaffungskosten für eure allererste Katze plus Zubehör plus Suche nach ihr, ganz zu schweigen von den Deckkosten eurer Würfe, wenn ihr keinen eigenen Kater habt, in Rechnung stellen?

3. ... und wo steht geschrieben, dass man zu Ausstellungen gehen muss, um die Zuchttauglichkeit seiner Katze(n) bestätigt zu bekommen? Meines Wissens hat es etwas mit Genetik zu tun, ob eine Katze typvolle und somit vielleicht zuchttaugliche Kitten bekommt und nicht mit unqualifizierten, oft lieblos dahin geschmierten Richterberichten, die eigentlich nur den jeweiligen Geschmack bezüglich Äußerlichkeiten und gerade aktuellem Typ wiedergeben.

4. Hat euch etwa noch niemand je darüber aufgeklärt, dass auch die tollste und erfolgreichste Super-Showstar-Bühnenkatze absolut mittelmäßige bis "schlechte" Babys bekommen kann? (und das liegt dann keineswegs nur am Kater, geschweige denn am Richterurteil über die Mutterkatze!)

5. Ist euch etwa auch nicht klar, dass sogar eine mittelmäßige bis "schlechte" Katze die absoluten Traumkitten bekommen kann? (und auch das liegt dann nicht unbedingt am Kater und noch weniger am Richterbericht der Mutterkatze!)

6. Habt ihr eventuell schon einmal darüber nachgedacht, dass die ganze Ausstellerei unterm Strich nur eurem eigenen Ego dient und beileibe nicht dem Wohle eurer angeblich ach so geliebten Katze(n), die sicherlich viel lieber auf dem heimischen Sofa rumlümmeln oder im (im Idealfall) eingezäunten Freigehege, bzw. katzensicheren Garten die Sonne genießen würden??? 

7. Wem würdet ihr denn all die aufgelisteten Ausgaben und laufenden Kosten in Rechnung stellen, wenn ihr "nur" Katzen halten, aber nicht züchten würdet? Oder würden eure Katzen dann etwa anders und "kostengünstiger" leben müssen?

Mannomann, was für ein Glück, dass nicht auch noch die kostbare Zeit, die man mit seinen geliebten Pelznasen verbringt,  in Rechnung gestellt werden muss... Oder gibt es etwa Züchter, die selbst davor nicht zurückschrecken?

Ich stelle meine Norweger nun schon seit vielen Jahren nicht mehr aus, doch komischerweise stehen die Interessenten trotzdem bei jedem Wurf wieder Schlange und warten sehnsüchtig auf ihr Traumkätzchen von Eltern ohne Titel... Was mache ich nur falsch???

Züchter, die wirklich nur zur Unterhaltung und zum informativen Austausch mit anderen Züchtern zu Ausstellungen gehen, denen es wirklich Spaß macht, und die das ihren Käufern nicht in Rechnung stellen, sind hier nicht Objekt meiner Kritik. Dies nur um Missverständnissen vorzubeugen.

Aber in meiner Vergangenheit gab es leider unendlich viele, total vergeudete Wochenenden bei Ausstellungen, noch dazu oft mit äußerst zweifelhaftem Ergebnis. Irgendwann muss doch eigentlich jeder merken, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann?! Katzen, die an einem Wochenende "Best in Show" machen, bekommen die Woche darauf noch nicht einmal ein "Ex" bzw. "V"? Komisch, meine Katze hat sich in diesen 7 Tagen doch gar nicht sichtbar verändert?!

Oder zum Beispiel die Richterin (ihren Namen lassen wir an dieser Stelle einmal außen vor ...), die meine Katze freundlich anlächelt und umgehend beginnt ihren Bericht zu schreiben, OHNE meine Katze überhaupt angefasst, geschweige denn fachgerecht beurteilt zu haben...??? Beispiele dieser Art könnte ich massenweise aufzählen, aber auch das würde irgendwann langweilig. Ich habe daher entsprechende Entscheidungen getroffen, und meine Katzen danken es mir.

Wenn ich einmal zusammenrechnen würde, was mich meine Anfangszeit als Züchter gekostet hat, käme ich schnell auf eine sehr stattliche Summe. Trotzdem ist mir niemals in den Sinn gekommen, diese auf meine Käufer umzulegen. Mir würde zum Beispiel auch im Traum nicht einfallen, die vor Jahren erworbene Spiegelreflex-Kamera, meine Homepage (deren Erstversion ich nicht selber erstellt habe, sondern dafür bezahlen musste) oder etwa meine neue Digitalkamera in irgendwelche Kosten-Aufstellungen mit einzubeziehen. Dasselbe gilt für diverse Elektrozäune, die in der Vergangenheit meine Katzen in den Gärten meiner Ex-Häuser geschützt haben. Aber all diese Dinge und viele mehr waren bislang ausschließlich "für die Katz"...

(*Anmerkung vom 05.06.2006: Inzwischen haben wir - durch unseren hoffentlich letzten Umzug bedingt - 65 Meter Netz, 2m hoch, oben an dem unser Grundstück ringsherum begrenzenden Lamellenzaun befestigt, weil Elektrozaun hier leider wegen des dichten Bewuchses nicht möglich ist. Das ehemals teure Weidezaungerät ist somit also überflüssig geworden, und das Netz hat "mal eben" schlappe 450 Euro gekostet...)

Ich habe meine Preise immer nach Sympathie und jeweiliger Gegebenheit gestaltet und werde das auch weiterhin tun. So bekommen richtig rundherum sympathische Leute, bei denen ich ein wirklich gutes Gefühl habe, was die Zukunft meines Katzenkindes betrifft, die Kätzchen schon immer zu sehr "zivilisierten" Preisen, die trotzdem sowohl kostendeckend sind, als auch noch Spielraum lassen für ein paar Extras, wie z.B. mal einen neuen Kratzbaum, Spielzeug, etc. Diese Preise liegen jedoch deutlich unter 600 - 1200 Euro, was inzwischen offenbar der Standardpreis für eine Zuchtkatze zu sein scheint. 

Sprüche wie "was nichts kostet, taugt auch nichts", "nur teure Katzen werden auch behalten und gut behandelt" oder auch "nur wer billig produziert, kann auch billig verkaufen" bringen mich noch nicht einmal mehr zum Lächeln, denn sie sind einfach unsinnig. Auch sehr teure Katzen werden skrupellos weitergereicht, wenn dem Besitzer plötzlich aus irgendwelchen (oft fadenscheinigen) Gründen ihre Anwesenheit nicht mehr ins Konzept passt. Daher ist ein hoher Anschaffungspreis keineswegs eine Sicherheit für die Katze und ihre lebenslange gute Pflege.

Ich habe im Laufe meines Lebens ein gesundes Maß an Menschenkenntnis erworben und blicke auf eine langjährige, durchaus recht positiv verlaufene Züchterzeit zurück. Ich habe niemals jemanden verklagen müssen, habe nie Tränen um falsch untergebrachte Kätzchen vergießen müssen, habe auch keine "Designer" Katzen, farblich passend zur Einrichtung, für viel Geld an "Schicki-Micki" Leute verkauft und konnte immer mit gutem Gewissen einschlafen. Ich werde mit absoluter Sicherheit meine Verhaltensweise nicht ändern und auch weiterhin individuell und aus dem Bauch heraus entscheiden, welcher Käufer welchen Preis zahlen "muss".

Auch meine Katzenkinder bekommen im entsprechenden Alter ihre Wurmkuren sowie die zweimalige Katzenschnupfen/Katzenseuche Impfe, auf Wunsch dazu auch noch eine Tollwut Impfe, falls das Kätzchen ausgestellt werden soll. Die Leukose Impfe empfehle ich allerdings erst ab dem Alter von ca. 6 Monaten (wenn überhaupt!), denn zu viele Impfen auf einmal schaden dem kleinen Organismus nur. Zahlreiche Tierärzte, die ich sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell zu diesem Thema befragt habe, haben mir dies bestätigt. (Zum Thema Impfen habe ich übrigens inzwischen eine Seite gefunden und verlinkt, die meinem eigenen Denken in vielen Dingen entspricht , denn auch diesbezüglich wird meiner Meinung nach eine Menge Unfug betrieben.)

Selbstverständlich bekommen auch meine Katzen und Katzenkinder immer hochwertige Nahrung, vitaminhaltige Leckerlis, Spielzeug ohne Ende und Katzenstreu vom Allerfeinsten, ganz zu schweigen von viel Zeit und Liebe!

Ich stelle an diesem Punkt einfach mal eine kleine (ganz private) Rechnung auf:

Ein Wurf von 4 Kätzchen, auf normalem Weg zur Welt gekommen und absolut gesund aufgewachsen, verursacht in meiner kleinen Hobby-Zucht folgende Kosten:

1. Deckgebühr (ca. 300-500 Euro):   75-125 Euro pro Kätzchen
2. Stammbaum:          15 Euro pro Kätzchen
3. Wurmkur & Impfen:          60 Euro pro Kätzchen
4. Futter, Sand, Leckerlis:          50 Euro pro Kätzchen (ca.)
Gesamtsumme: 200-250 Euro pro Kätzchen (ca.)

Das Geld, das unterm Strich also "übrig" bleibt, kommt selbstverständlich, wie auch schon ein paar Absätze weiter oben erwähnt, allein meinen Katzen zugute (siehe: "Preise sowohl kostendeckend, als auch Spielraum lassend für Extras").

Natürlich kann die Deckgebühr manchmal sogar noch höher sein, und ein Zuchtanfänger wird vielleicht trotz seiner eigenen Webseite noch in Katzenzeitschriften und/oder der Tageszeitung inserieren, um bekannt zu werden, sowie ausführlich mit Interessenten telefonieren und Photos verschicken, genau wie ich das früher auch getan habe. Das soll nicht heißen, dass ich heute nicht mehr telefoniere, allerdings sind doch all diese Dinge im Zeitalter der Elektronik wesentlich einfacher und durchaus auch kostengünstiger geworden, oder etwa nicht?

Hinzu kommt, dass die Katzenfutterpreise erstaunlicherweise im Laufe der Jahre, wenn überhaupt, nur unerheblich gestiegen sind, wohingegen Löhne und Gehälter meines Wissens aber jedes Jahr weiter ansteigen?

Die 40,00 Euro Jahresbeitrag für meinen Verein habe ich übrigens gar nicht mit eingerechnet, das war mir einfach zu albern...

... und meine Webseite kostet mich übrigens auch knapp 90 Euro pro Jahr! :-)

Kann mir nun vielleicht irgend jemand einmal erklären, mit welcher Rechtfertigung so viele Züchter heute Euro-Preise verlangen, die fast schon den damaligen DM-Preisen entsprechen, bzw. sie teilweise sogar noch übersteigen?

Feststeht, mich kostet ein Kätzchen während der Aufzucht (Zeit nicht mit eingerechnet, denn es macht ja schließlich sehr viel Freude, die kleinen Pelzchen aufwachsen zu sehen) insgesamt maximal 250 Euro, immer vorausgesetzt alles geht glatt, und es fallen keine zusätzlichen Arztkosten an. Das rechtfertigt für mich niemals einen Kaufpreis von 650 Euro, geschweige denn mehr. Bei mir kostet daher ein Liebhaberkätzchen, wenn es mit 12-14 Wochen unser Haus verlässt, 450 Euro. Familienmitglieder müssen selbstverständlich gar nichts für ein Kätzchen bezahlen, und Freunde zahlen einen Sonderpreis.

Bei interessierten Züchtern entscheide ich von Fall zu Fall den entsprechenden Kaufpreis, denn er hängt unter anderem auch davon ab, welche Impfen und Tests sie eventuell zusätzlich noch haben wollen.

Im Kaufvertrag ist übrigens schon seit Jahren jedes unserer Kätzchen als Liebhabertier ausgewiesen...

 © Ulrike Stelte

*******************************************************************************************************************************************

August 2007

Nachfolgenden Text habe ich rein zufällig beim Stöbern im Internet entdeckt... :-)  Ich finde er passt einfach perfekt hierher. Leider ist es mir nicht gelungen die Autorin ausfindig zu machen. Sollte sie sich hier wiederfinden und nicht mit der Verwendung ihres Textes einverstanden sein, bitte ich um Mitteilung! Ansonsten setze ich selbstverständlich gerne ein Copyright.

 

Was ist eigentlich ein Hobby???

Sind Preise um 500,- EUR bis teilweise weit über 1000,- EUR für ein Liebhaberkätzchen vernünftig zu rechtfertigen???

Von den Züchtern hört man ja gern, dass sich die Preise aus den hohen Kosten für eine vernünftige Katzenzucht zusammensetzen. Da werden die Kosten für teures, hochwertiges Futter und Katzenstreu aufgezählt, regelmäßige Tierarztbesuche sowie Impfungen etc. aller Katzen, Kratzbäume, Katzenspielzeug, Mehrfutter für trächtige und säugende Katzen; und dass die Kitten dafür auch tierärztlich untersucht, gesund, entwurmt und geimpft mit kostenpflichtigen Papieren, liebevoll aufgezogen und hervorragend sozialisiert ab der 12. Lebenswoche abgegeben werden. Ja sogar die Anschaffungs- und Lebenshaltungskosten der EIGENEN Zuchttiere und Kastraten werden da aufgeführt!!!!

Bei einigen heisst es auch, man züchte ja nun eine besondere oder seltene Rasse, deshalb wären die Jungtiere auch entsprechend teurer (da greifen einige sogar schonmal ordentlich mit weit über 1000,- EUR und mehr für ein Liebhaberkätzchen zu!!!!)..........dazu sei hier mal angemerkt, dass eine Sphinx oder Ocicat genau die gleichen Mengen vom gleichen Futter frisst und auch gern dieselbe Katzenstreu verwendet, den gleichen Tierarzt besucht und auch nur die gleichen Preise bei diesem zu zahlen hat wie jede ganz normale Hauskatze auch! Es sind und bleiben trotzdem "nur" Katzen!!!!

Ach ja - die Vereinszugehörigkeit kostet natürlich auch Geld, die Katzen müssen auf Ausstellungen präsentiert werden (natürlich auch im Ausland für den Gr.Int.Champion etc.) und auch die Decktaxe bzw. die Deckkaterhaltung sei ja nun auch nicht so günstig....und die vielen Arbeitsstunden seien in dem Preis ja noch nicht einmal mit berechnet... Auf diesem Gebiet sind sich wirklich alle Züchter einig!

Nun, dazu kann ich nur sagen: so ist das nunmal bei Hobbies! Sie kosten Geld und Zeit und machen u.U. auch Arbeit. Wer kann sich denn schon sämtliche Kosten seines Hobbys zurückerstatten lassen?????

Und eine weitere Definition von Hobby ist: Geld und Zeit "opfert" man freiwillig und gern, da ein Hobby ja für die persönliche Freude angedacht ist. Und die Arbeitsstunden, welche man in sein Hobby investiert, sind ohnehin selbstverständlich unentgeltlich und gehören mit zur "persönlichen Freude" (wie z.B. zum Hobby Garten nunmal auch die Gartenarbeit dazugehört; weiters eine eventuelle monatliche Pacht, Investitionen in entsprechende Bepflanzungen, Gartengeräte, Brunnen, Gartenmöbel, Gartenhäuschen und andere Verschönerungen etc.). Das muß man sich eben leisten können und kann es sich auch nirgendwo wiederholen! Und GERADE BEI TIEREN sollte das nicht anders sein!!!!!

Meine persönliche Meinung:

Wer sich die Katzenzucht nicht aus eigener Tasche leisten kann, der soll es bleiben lassen!

Ich finde es "ungehörig", dass die Kitten die "Produktionskosten" wieder einbringen sollen. Es ist eine Unart, aber offensichtlich Selbstverständlichkeit unter Tierzüchtern, die Kosten ihres persönlichen Hobbys auf die Jungtiere umzulegen und sie sich sozusagen von den Jungtierkäufern erstatten lassen! Krass ausgedrückt: sich ihr Hobby durch andere (die Kittenkäufer) finanzieren zu lassen!

Es sollten vom begeisterten Katzenzüchter und Aussteller die Kosten für SEINEN Spaß und SEINE persönliche Befriedigung, also Ausstellungsbesuche, Vereinszugehörigkeit, Katzenkauf und Katzenhaltung, Top-Verpaarungen, selbstverständlich auch die dazugehörigen Tierarztbesuche, eventuelle rassespezifische Tests (PKD, Audiometrie etc.), Futter- und Streukosten und all die anderen, auf der vorangegangenen Seite aufgeführten Aufwendungen eigentlich SELBST getragen werden.

Auch die Decktaxe, geschweige denn die Deckkaterhaltung, welche ja gern angeführt wird, gehört meiner Meinung nach nicht dem Käufer angelastet, sondern zum Hobby Züchten dazu - der Züchter behält ja ggf. selbst ein geeignetes Kätzchen aus dem geplanten und erwarteten Wurf für seine Zwecke; insbesondere dann, wenn er einen sehr guten (und teuren) Deckkater gewählt hat. Des Züchters Zuchtziele sollten also nicht auch noch vom Kittenkäufer getragen werden müssen. Grundsätzlich finde ich es äußerst bedenklich, wenn die Preise in einer Katzenzucht wie in einem Produktionsbetrieb kalkuliert werden - das "Produkt" soll sämtliche Betriebs- und Produktionskosten und Investitionen wieder einbringen.......... sehr fragwürdig......

Wieso soll den Katzenzüchter sein Hobby im Gegensatz zu anderen Hobbies möglichst wenig kosten, bzw. sich nach Möglichkeit selbst tragen???? Ist dieses Hobby etwa weniger wert als z.B. das Hobby Garten und "lohnt" nur, wenn man keine "Verluste" macht????

Gerechtfertig sind Kittenpreise, welche überwiegend die Unkosten der Aufzucht decken:

  • tierärztliche Betreuung der Kitten und Mutterkatze während der Trächtigkeit und Aufzuchtphase

  • Futter- und Streukosten für die Kitten und Mehrbedarf der Mutterkatze;

  • Impfung, Entwurmung und Stammbäume der Kitten;

  • angemessene Pauschale für Kleinanzeigen in einschlägigen Katzenmagazinen;

  • eine angemessene Schutzgebühr.

Wesentlich darüber hinaus wird es aus meiner persönlichen Sicht schon wieder UNVERSCHÄMT!

Und warum ich das unverschämt finde, wird aus der Gegenüberstellung der Kosten und Einnahmen einer durchschnittlichen, seriösen Katzenzucht im dritten Abschnitt dieser Seite ersichtlich und mehr als nachvollziehbar!

Der "normale" Katzenhalter muß auch alle Aufwendungen selbst tragen; er hat seine Katzen auch zu bezahlen, sie gut zu ernähren, für die Gesundheit Sorge zu tragen, seine Wohnung katzengerecht einzurichten und ggf. den Balkon abzusichern oder den Garten einzuzäunen etc.. Und wenn er zudem auch noch ein Hobby hat, kommen die Kosten dafür auch noch hinzu!

Und ich weiß, dass auch die einwandfreie, optimale Aufzucht eines Kitten inkl. allem, was nötig ist (hochwertiges Futter, Katzenstreu, Tierarzt, Papiere etc.), keine 500,- EUR kostet!!! Genaugenommen noch nicht einmal die Hälfte der Summe! Die Beträge, die manche Züchter auf ihren Homepages anführen um ihre horrenden Preise zu erklären (z.B. 50,- EUR für Spielzeug PRO WURF etc.!), sind schlichtweg aus der Luft gegriffen! Diese "Behauptung" werde ich im folgenden Abschnitt auch noch genau belegen!

Nun, man könnte ja ganz richtig sagen, dass ein Porsche nunmal auch ein bißchen teurer ist als ein Golf, und wer einen Porsche fahren möchte, der muß eben etwas tiefer in die Tasche greifen. Bei der Hunde- und Katzenzucht ist das allerdings nicht so zu sehen; und der Grund ist schlicht: VERANTWORTUNG!

Und zwar auch gegenüber den Geschöpfen, die nicht in den eigenen 4 Wänden für Nachwuchs sorgen. Denn solange vernünftig aufgezogene Rassekatzen mit Papieren derart hohe Preise haben, dass damit gleich ganze Zuchten finanziert werden, überläßt man die "Lücke" im moderaten Preissegment den Schwarzzüchtern und "Vermehrern". Sie haben dadurch natürlich genügend finanziellen Spielraum, um bei jedem Wurf trotzdem noch einen satten Gewinn einfahren zu können, wenn sie die Katzen für 250,- oder auch 350,- EUR verkaufen (sie "produzieren" ja auch billiger").

Sie profitieren also ausschließlich von den völlig überzogenen Preisen jener Züchter, die seriös und mit Papieren züchten, aber nicht bereit sind, ihr Hobby SELBST zu finanzieren - das müssen diese sich vorwerfen lassen!

Und wenn sich auch die seriösen Züchter zu etwas moderateren Preisen durchringen würden, so zwängen sie nicht zuletzt die Vermehrer auf ein Preisniveau für ihre Tiere aus unkontrollierten Schwarzzuchten hinab, auf dem sich für sie die Katzenzucht nun wahrlich nicht mehr lohnen würde. Diese "Geldquelle" wäre für sie zum Glück für unzählige Katzen verloren.

Also nicht immer nur den Katzeninteressenten predigen, keine Massenzuchten durch Billigkäufe zu unterstützen und statt dessen teuer bei ihnen zu kaufen! Vielleicht selbst mal in die eigene Tasche greifen, sein Hobby selbst finanzieren und die Kitten zu vernünftigen (also den Aufzuchtkosten angemessenen) Preisen abgeben!

Auch dies wäre ein Beitrag zum Tierschutz, den JEDER seriöse Züchter leisten könnte!

 

Aufzuchtkostenrechnung für ein "Luxuskätzchen"

Ich werde hier mal einfach eine für jeden Katzenliebhaber nachvollziehbare Rechnung aufführen, was tatsächlich die Aufzucht eines Kitten kostet. Ich werde dabei seeeeehr großzügig sein (wie JEDER Katzenzüchter wird zugeben müssen).

Berücksichtigt wird bei dieser Rechnung nur das ALLERBESTE Futter, EXTREM hungrige Kitten, gute Katzenstreu, ein teurer Tierarzt, Mehrfutterkosten sowie tierärztliche Betreuung der überaus hungrigen Mutterkatze und einige kleinere Komplikationen.

Man darf also getrost davon ausgehen, dass die Kittenaufzucht in der Realität nur selten soviel kostet wie in der folgenden Berechnung aufgeführt!

Wir ernähren die Mutterkatze halb und halb mit hochwertigem Dosenfutter (frisches Fleisch rechne ich jetzt mal nicht dazu, weil das Gros der Züchter auch kein Fleisch füttert) und hochwertigem Trockenfutter. Hierbei sei jedoch angemerkt, dass frisches Fleisch keineswegs teurer wäre als die gleiche Nährmenge unseres Dosenfutters.

Dass die eine oder andere Portion Dosenfutter bei der Mutter durch frisches Fleisch und bei den Kitten schließlich durch (günstigeren!) Milchbrei oder Fleischbrei ersetzt wird, spielt für die Kostenrechnung hier daher keine Rolle; es würde die Summe ohnehin nur nach unten korrigieren, da unser Dosenfutter nun keinesfalls zu den günstigsten gehört.

Als Dosenfuttersorte nehmen wir beispielhaft FELIDAE. Von Felidae entspricht eine 170g Dose dem Tagesbedarf einer ausgewachsenen, aktiven Katze, wobei Felidae aufgrund seiner besonders hochwertigen Zusammensetzung für jede Altersstufe (also auch Kitten) geeignet ist. Unserer trächtigen Katze gönnen wir vom ersten Tag ihrer Schwangerschaft an bis zum letzten Tag ihrer Säugeperiode das 1 1/2-fache des normalen Tagesbedarfs, also 1 1/2 Dosen täglich (wobei sie ja die 2. Hälfte ihres Tagesbedarfs mit Trockenfutter deckt, also tägl. je 3/4 Dose + Trockenfutter). Das sind insgesamt rund 150 Tage (65 Tage Trächtigkeit, 85 Tage Säugezeit bis zur Abgabe der Kitten mit ca. 12 Wochen).

Eine 170g Dose Felidae kostet 1,22 EUR.

Als Trockenfutter nehmen wir, ebenfalls beispielhaft FELIDAE Trockenfutter. Der vom Hersteller empfohlene Tagesbedarf einer normal aktiven Katze liegt bei 55 - 60g.

Den Tagesbedarf unserer ziemlich hungrigen Mutterkatze setzen wir auch bei der 1 1/2 fachen Menge an, also bei ca. 90g vom ersten Tag ihrer Trächtigkeit bis zum letzten Tag ihrer Säugeperiode, also 150 Tage lang ca. 45g täglich (die zweite Hälfte ihres Tagesbedarfs deckt sie ja mit Dosenfutter).

Ein 9,07 kg Sack Felidae Trockenfutter kostet 41,- EUR

Anm.: Das soll jetzt keine spezielle Werbung für FELIDAE darstellen, obwohl dieses Futter tatsächlich zu den weltbesten Futtersorten überhaupt gehört; im Vergleich zu FELIDAE schneiden auch die von vielen Züchtern gern und häufig gefütterten Sorten Royal Canin, IAMS und selbst Hills ganz schlecht ab. Und dies ist keine willkürliche Behauptung, sondern kann ohne Weiteres anhand der Futteretiketten (s. "Ernährung") von jedem nachvollzogen werden.

Mehrbedarfsberechnung für die Mutterkatze während der Trächtigkeit und Aufzuchtphase (150 Tage):

Normalbedarf aktive Katze Bedarf Mutterkatze Mehrbedarf

Tagesbedarf in 75 Tagen Tagesbedarf in 75 Tagen in 150 Tagen

Dosenfutter 1 Dose á 1,22 EUR 91,50 EUR 1 1/2 Dosen 137,25 EUR 45,75 EUR

Trockenfutter ca. 60g á 30 Cent 22,50 EUR ca. 90g 33,75 EUR 11,25 EUR

Gesamt 114,- EUR 171,- EUR 57,- EUR

So, nun gehen wir als verantwortungsbewußte Züchter während der Trächtigkeit auch mal zum Tierarzt, der unsere werdende Mama vorsichtshalber mal untersuchen soll. Bei der Gelegenheit verpaßt er unserer Katze auch gleich eine Aufbauspritze. Für diesen Besuch erlaubt sich der gute Mann, uns gleich happige 30.- EUR in Rechnung zu stellen (den sollten wir aber schleunigst wechseln!).

Zu den 57,- EUR Mehrfutterkosten können wir also gleich nochmal 30,- EUR Tierarztkosten hinzufügen, womit wir jetzt bei 87,- EUR wären.

Nach 65 Tagen schenkt uns unsere Mama nun endlich die ersehnten Babies; 3 Stück an der Zahl ) Bald darauf packen wir unsere kleine Familie ein und fahren mit ihr wieder zu unserem Tierarzt, der sich das kleine Glück mal genauer angucken soll. Mama kriegt auch wieder eine Aufbauspritze, und weil die Milch noch nicht so recht kommen will, auch noch was für den Milchfluß. Der ganze Spaß hat uns dann auch gleich wieder 40,- EUR gekostet, womit wir jetzt schon bei 127,- EUR wären.

So, endlich wieder zuhause, schauen wir unserer Mama zu, wie sie liebevoll ihre Kleinen beleckt, während diese mit pendelndem Köpfchen ihre Zitzen suchen und sich daran festsaugen...und saugen...und saugen...ach herrje, Mama hat immer noch kaum Milch, oh oh! Also ganz schnell ins Fachgeschäft und erstmal Tropfpipette, Fläschchen, Sauger und Aufzuchtmilch gekauft. Das hat uns auch gleich wieder 33,- EUR gekostet, reicht aber eine Weile für die Zufütterung aus. Dann sind wir jetzt bei runden 160,- EUR.

Auch dem Tierarzt stellen wir unsere kleine Familie nochmal vorsichtshalber vor, der sich das auch nochmal mit 30,- EUR vergüten läßt. Also 190,- EUR.

Ab ca. der 5. Lebenswoche beginnen unsere Kleinen nun auch, hin und wieder an Mamas Napf zu schlecken. Wir unterstellen mal großzügig, dass jedes Baby täglich ca. 1/4 Dose vertilgt, und nach 1 Woche dann bereits jeweils 1/2 Dose, nach einer weiteren Woche schon 3/4 Dose täglich, und ab der 8. Woche fressen sie dann alle schon eine ganze Dose am Tag! Dazu knabbern sie auch schon am Trockenfutter; ab der 10. Woche ganze 10 Gramm am Tag, zusätzlich zu 1 ganzen Dose!!!

Futterkosten pro Kitten bis zur 12. Woche:

5. Woche: 1/4 Dose Felidae á 0,305 EUR x 7 Tage = ca. 2,14 EUR

6. Woche: 1/2 Dose Felidae á 0,61 EUR x 7 Tage = ca. 4,27 EUR

7. Woche: 3/4 Dose Felidae á 0,915 EUR x 7 Tage = ca. 6,41 EUR

8. - 12. Woche: 1 Dose Felidae á 1,22 EUR x 28 Tage = ca. 34,16 EUR

Trockenfutter 14 Tage = ca. 10,00 EUR

Gesamtkosten ca. 57,00 EUR

Wir rechnen noch pro Kitten großzüg Streukosten von ca. 10,- EUR dazu, also 67,- EUR Futter- und Streu. Ok, auch nochmal 5,- EUR Spielzeug pro Kitten, also 72,- EUR:

Nun gehen wir mit der ganzen Familie auch noch 2 mal zum Tierarzt, wo die Kinder untersucht, entwurmt und grundimmunisiert werden. Auch hier berechnen wir nochmal den Preis von 80,- EUR pro Kitten. Eines der Kitten wird vorher noch auf FIV/FeLV getestet, um sicher auszuschließen, dass sich dei Babies irgendwo angesteckt haben könnten. Ein solcher Test schlägt mit 25,- EUR zu Buche.

Die Papiere kommen auch nochmal hinzu, also weitere 15,- EUR. Bei den Kitten sind wir jetzt also incl. Futter, Streu, Spielzeug, Tierarzt, Impfung, Entwurmung, FIV/FeLV-Test und Papiere bei 176,- EUR.

Jetzt nehmen wir noch die 190,- EUR von oben (Mehrfutter der Mutterkatze, mehrfache Tierartzbesuche, Zufütterung der Kitten mit Aufzuchtmilch etc.). Diese 190,- EUR teilen wir durch 3 (es sind ja 3 Kitten). Dann kommen wir auf rund 64,- EUR. Bei 4 oder 5 Kitten (was keineswegs eine Seltenheit ist) können wir diesen Betrag auch entsprechend durch 4 oder 5 teilen. Dann haben wir bei 4 Kitten 47,50 EUR und bei 5 Kitten nur noch 38,- EUR anteilige Kosten.

Diese 64,- EUR (oder 47,50 EUR bzw. 38,- EUR) addieren wir jetzt zu den 176,- EUR für die Futter- Streu-, Spielzeug-, Tierarztkosten und Papiere der Kleinen, und das (SEHR SEHR GROSSZÜGIGE) Ergebnis lautet:

240,- EUR Gesamtkosten pro Kitten

incl. ALLER KOSTEN vom 1. Tag der Trächtigkeit der Mutterkatze an bei 3 Kitten!

Bei einem Wurf mit 4 Kitten sind es 223,50 EUR

Bei einem Wurf mit 5 Kitten sind's nur noch 214,- EUR

 

Der Übersichtlichkeit wegen liste ich die einzelnen "Posten" hier noch einmal auf:

"Posten" Einzel

Gesamt 3 Kitten

Mehrbedarf der Mutterkatze (Futterkosten) 57,- EUR

3 Tierarztbesuche OHNE Impfen und Entwurmen 100,- EUR

Impfung/Entwurmung/Untersuchung/FIV/FeLV-Test 89,-EUR 267,- EUR

Futter/Streu/Spielzeug 72,- EUR 216,- EUR

Zufüttern mit Aufzuchtmilch incl. Utensilien 33,- EUR

Stammbäume 15,- EUR 45,- EUR

Gesamtsumme ALLER Investionen 716,- EUR

Und an dieser Stelle sei noch einmal erwähnt, dass diese Rechnung wirklich EXTREM großzügig ist. Weder hat die Mutterkatze vom ersten Tag ihrer Trächtigkeit an einen derartigen Mehrbedarf an Futter, noch sind die Mengen, welche die Kitten in meiner Rechnung bereits ab der 5. Lebenswoche fressen realistisch. Darüber hinaus liegt in den meisten Züchterhaushalten der Schwerpunkt auf der Trockenfutterernährung mit Sorten wie Hills oder Royal Canin - dazu gibt's Dosen aus dem Supermarkt, gern auch mal vom Aldi.

Auch verbrauchen 3 Kitten in den wenigen Wochen, wo sie die Toilette benutzen, keinesfalls Streu für 30,- EUR; auch wenn man den "Mehrkot" der Mutterkatze (also abzüglich der normalerweise anfallenden Kotmenge) dazurechnet nicht.

Hinzu kommt, dass wohl kaum ein Katzenzüchter zu einem Tierarzt gehen würde, der sich derart die Taschen füllt. Der von mir "verwendete" Tierarzt ist für einen Züchter nicht gerade "gut gewählt". Auch kommt es eher selten vor, dass ein Züchter gleich insgesamt 3x (!) + Impfungs-/Entwurmungstermine (also ca. 5 mal!) während der Trächtigkeit und Aufzuchtphase zum TA rennt. Man kann also getrost davon ausgehen, dass wohl kaum ein Züchter bei jedem Wurf Tierarztkosten in Höhe von 365,- EUR (bei 4 oder 5 Kitten entsprechend 445,- bzw. 525,- EUR) hat. Meist verlaufen Schwangerschaft, Geburt und Kittenaufzucht bei gesunden Katzen komplikationslos.

Diese oben aufgeführte Summe von 240,- EUR pro Kitten schließt also etwaige Komplikationen LOCKER mit ein; auch wenn die Mutterkatze nochmal tierärztliche Hilfe benötigt oder wenn statt 3 Kitten nur 2 kommen (meist sind es aber eher mehr statt weniger). Evtl. Kaiserschnitte und folgende Kastrationen können ggf. von der Schutzgebühr bestritten werden; läge man diese bei allen Kittenverkäufen beiseite, dürften sie auch solche Vorfälle problemlos abdecken.

WIE, bitte schön, kommen also Beträge wie 500, 600 und noch mehr Euro für ein Liebhaberkätzchen zustande???

Und WAS, bitte schön, muß da der Jungtierkäufer NOCH ALLES mitbezahlen??????????????

Diese Frage wird hinreichend im folgenden Abschnitt "Kostenrechnung einer 'überdurchschnittlich' seriösen Katzenzucht" beantwortet. Und da rechtfertige nochmal jemand selbstbewußt diese Preise!!!!!

Wenn ein Wurf, der an reinen Kosten ca. 700,- EUR verursacht hat, schließlich 1500,- und noch mehr Euro einbringt, dann paßt da doch irgendwas nicht mit der Definition "Hobbyzucht" - und sei sie noch so "seriös"! (Wobei hier nochmal daran erinnert sei, dass Hobbies EIGENTLICH Geld KOSTEN und sich wohl kaum selbst tragen müssen). Denn in dem Fall stelle ich mir dann natürlich die Frage:

WELCHE Leistung erbringt der Züchter eigentlich für seine Katzen, wenn sie ihn noch nicht einmal etwas kosten sollen???

 

Kostenrechnung einer "überdurchschnittlich seriösen" Katzenzucht

Und hier nun noch eine weitere Rechnung, um mit der Mär aufzuräumen, dass die seriösen Züchter durch den Verkauf ihrer Kitten nie und nimmer alle Kosten ihres Hobbys finanziert bekämen. Ganz im Gegenteil: sie KÖNNEN sich ihr Hobby damit finanzieren (trotz dass es seriös und auch aus kätzischer und vereinsrelevanter Sicht einwandfrei abläuft); und viele TUN es auch!

Es stimmt - die Katzenzucht ist ein sehr, sehr teures Hobby, wie jeder seriöse Züchter bestätigen wird. Die Frage hier lautet aber:

Für WEN ist sie teuer?!!!!!!!!

Wir nehmen als Beispiel einen durchschnittlichen Züchterhaushalt mit

3 Zuchtkatzen, einem Deckkater und 2 Kastraten.

Wir ernähren unsere Tiere "halb und halb"; also zur Hälfte mit qualitativem Dosenfutter bzw. Frischfleisch (wobei wir trotzdem den höheren Preis der Dose zugrunde legen) und zur Hälfte mit hochwertigem Trockenfutter. Wir bleiben hier einfach mal weiterhin bei FELIDAE und ignorieren, dass auch in den seriösesten Katzenzuchten auch mal Felix und Aldifutter auf die Katzenteller kommt.

Als Streu verwenden wir "EXTREME CLASSIC"; eine sehr gute und ergiebige Katzenstreu, die auch bei vielen Züchtern Verwendung findet.

Alle Katzen sind auf PKD, FCoV (FIP), FIV und FeLV getestet und vollständig durchgeimpft.

Die Katzen erhalten jährlich ihre Impfauffrischung (auch wenn diese Praxis eigentlich schon überholt ist (s. "Gesundheit" - Impfung) und werden bei der Gelegenheit auch durchgecheckt.

Alle Katzen besuchen Ausstellungen und haben einen oder mehrere Titel.

Wir haben 2 große Kratzbäume á 1000,- EUR im Haus stehen, welche im Abstand von ca. 5 Jahren durch neue ersetzt werden.

Wir kaufen jeden Monat Katzenspielzeug für ca. 10,- EUR.

Wir schalten pro Wurf 2 Anzeigen á 15,- EUR in einschlägigen Katzenmagazinen (die Internet-Kleinanzeigen sind dafür kostenlos).

Unsere Rechnung ist auf 2 Jahre ausgelegt; laut Katzenverein darf eine Zuchtkatze in 2 Jahren 3 Würfe haben.

Wir rechnen, dass 2 Katzen pro Wurf immer 3 Kitten haben, und die dritte Katze hat immer 4 Kitten (das ist ein realistischer Durchschnitt - es kann vorkommen, dass eine Katze auch mal nur 1 oder 2 Kitten wirft, aber genausogut kann es sein, dass es mal 5 oder 6 Junge sind............; sollte man jedoch zu häufig "Schwund", sprich Totgeburten, Verluste oder andere Komplikationen haben und dauerhaft nur 0 - 2 Kätzchen pro Wurf "durchbringen", sollte man sich überlegen, ob man tatsächlich mit völlig gesunden und für die Zucht geeigneten Tieren züchtet).

 

Und nun zur Rechnung:

Beginnen wir mal mit der Katzenstreu: 1 x 15 kg EXTREME CLASSIC reicht für 2 erwachsene Katzen einen Monat aus. Das sind bei 6 Katzen 3 Sack á 13,- EUR, also 39,- EUR pro Monat. In zwei Jahren sind das ...

936,- EUR Katzenstreu

Pro Wurf rechnen wir ebenfalls nochmal jeweils einen Sack Katzenstreu als Mehrbedarf für die Kitten. Bei insgesamt 9 Würfen in 2 Jahren sind das 117,- EUR zusätzliche Katzenstreukosten.

117,- EUR Katzenstreu für die Kitten

Und nun zu den Futterkosten; der normale Tagesbedarf einer Katze:

FELIDAE Trockenfutter ca. 60g oder FELIDAE Dosenfutter 1 Dose á 170g

9070g FELIDAE Trockenfutter kosten 41,- EUR und sind ca. 151 Portionen á 60g

Das bedeutet, dass 6 erwachsene Katzen bei normalem Bedarf ca. 25 Tage mit einem solchen Sack auskommen.

In 1 Jahr vertilgen unsere 6 erwachsenen Katzen also ca. 15 Säcke FELIDAE Trockenfutter im Wert von 615,- EUR (keine Sorge; der Mehrbedarf trächtiger und säugender Katzen kommt später noch hinzu)

615,- EUR Trockenfutter Normalbedarf

Die 2. Hälfte unserer 2-Jahresperiode fressen unsere 6 Katzen FELIDAE Dosenfutter; jede 1 Dose á 1,22 EUR pro Tag. Das sind in 365 Tagen bei 6 Katzen rund 2.672,- EUR. Die beiden Kastraten fressen etwas weniger, dafür der Deckkater etwas mehr, womit sich das hier auch wieder ausgleicht.

2.672,- EUR Dosenfutter Normalbedarf

Wir legen dem Mehrbedarf für trächtige und säugende Katzen unsere Rechnung von oben zugrunde. Den Futter-Mehrbedarf bei einer Schwangerschaft bzw. einem Wurf haben wir mit ca. 60,- EUR veranschlagt. Alle drei Zuchtkatzen haben in diesen 2 Jahren 3 Würfe, also ist der Gesamt-Mehrbedarf 540,- EUR.

540,- EUR Mehrbedarf für alle 3 Zuchtkatzen in der gesamten Zeit.

Pro Katze und Trächtigkeit rechnen wir, ohne Komplikationen und ohne Impfungen etc. 60,- EUR Tierarztkosten. Das sind bei 9 Würfen 540,- EUR.

Weil aber in einer Katzenzucht immer mal Komplikationen oder Krankheiten auftreten können, berechne ich noch zusätzlich eine weitere TA-Pauschale von 1.040,- EUR.

Und weil ein verantwortungsbewußter Züchter mit allen seinen Katzen dazu grundsätzlich noch mindestens 1x im Jahr zum TA zur Untersuchung u. ggf. zur Impfauffrischung geht, habe ich für jede Katze pro Jahr nochmal 60,- EUR Tierarztkosten dazugerechnet, was in 2 Jahren bei 6 Katzen 720,- EUR macht.

2.300,- EUR TA-Pauschale komplett

Jetzt kommen wir zu den Katzenkindern. Auch bei ihnen legen wir die extrem großzügige Berechnung von oben zugrunde. Demnach verfuttert jedes Kätzchen während seiner Zeit beim Züchter ca. 60,- EUR. Nach unserer Rechnung sind das in 2 Jahren 30 Kätzchen (2 Zuchtkatzen gebären pro Wurf 3 Kitten, eine 4), was eine Summe von 1.800,- EUR Kittenfutterkosten macht. Weil unsere Berechnung aber ohnehin ziemlich unrealistisch hoch war (was die Kleinen so alles vertilgen sollten), ist in dieser Rechnung evtl. Aufzuchtmilch etc. enthalten.

1.800,- EUR Kittenfutter

Die Stammbäume á 15,- EUR schlagen bei 30 Kitten in 2 Jahren auch nicht unerheblich zu Buche, nämlich mit genau

450,- EUR Stammbäume

Auch gründlich untersucht, geimpft und entwurmt wollen die Kleinen sein (ca. 80,-EUR Impfung pro Kitten, 25,- EUR FIV-/FeLV-Test pro Wurf ). Da kommt in 2 Jahren schon einiges zusammen:

2.625,- EUR Untersuchung, Entwurmung, Impfung und FIV/FeLV-Test der Kitten

Für reichlich Spielzeug sorgen wir natürlich ebenfalls, indem wir jeden Monat für ca. 10,- EUR Mäuschen, Bällchen etc. kaufen. Das sind in 2 Jahren satte 240,- EUR.

240,- EUR Katzenspielzeug

Auch Futterzusätze für alle Katzen sollen nicht fehlen, und daher geben wir pro Jahr ca. 250,- EUR für Vitamine, Taurin usw. aus. In 2 Jahren sind das....

500,- EUR Futterzusätze

Und damit wir die Katzeninteressenten auf unsere Babies aufmerksam machen, schalten wir auch pro Wurf jeweils 2 Anzeigen á 15,- EUR; eine in "Katzen Extra" und eine in "Geliebte Katze"

270,- EUR Anzeigen in Katzenzeitschriften

So, nun gehört der seriöse Züchter natürlich auch einem anerkannten Verein an, der auch seine Beiträge etc. haben möchte. Hier veranschlagen wir auch mal großzügige 200,- EUR für 2 Jahre

200,- EUR Vereinsbeiträge etc.

Dann präsentiert der begeisterte Katzenzüchter seine Katzen auch gern auf Ausstellungen; nicht nur für den zum Züchten nötigen Titel, sondern auch aus persönlichem Ehrgeiz und zur Aufwertung seiner Zucht. Diese Ausstellungen sind auch nicht gerade billig, so daß ich diese Aufwendungen mal mit 1.500,- EUR in 2 Jahren beziffere.

1.500,- EUR Ausstellungskosten

Ja, und zu guter Letzt die Kratzbäume; 2 Stück an der Zahl zu jeweils 1.000,- EUR. Diese werden aufgrund der hohen Beanspruchung in unserem Beispiel alle 5 Jahre durch niegelnagelneue ersetzt (was sicher nicht in jedem Züchterhaushalt die Regel ist). Den Preis müssen wir jetzt auf zwei Jahre umrechnen: 2.000,- EUR : 5 Jahre x 2 Jahre = 800,- EUR.

800,- EUR Kratzbäume

Und nun rechnen wir zusammen, was so eine überdurchschnittlich vorbildlich geführte Katzenzucht im Laufe von 2 Jahren kostet (sollte ich hier etwas Wesentliches vergessen haben, so freue ich mich über einen Hinweis):

Gesamtkosten einer überdurchschnittlich vorbildlichen Katzenzucht in 2 Jahren:

15.600,- EUR

incl. ALLER Kosten wie teure Kratzbüme, Auslandsreisen zu intern. Katzenausstellungen, Tierarztkosten , Futter & Streu für ALLE im Züchterhaushalt lebenden Katzen etc....pp..

Das ist wahrlich eine stattliche Summe! Aber da war ja noch was......ja richtig! Die Kitten! Insgesamt 30 "Stück" in 2 Jahren! Von jeder Mama 10 Babies. Alles richtig prächtige, gesunde, liebevoll aufgezogene und super sozialisierte Wonneproppen, von Champion-Eltern, wie sie im Buche stehen! Geimpft, entwurmt, gut genährt...TOP-Katzen!

Ja, und die kosten natürlich auch ein bißchen was. Sind ja super aufgezogen, und man bedenke - die seriöse Katzenzucht ist unwahrscheinlich teuer! Also 600,- EUR kosten unsere Schätzchen schon - ja, das sind sie auf jeden Fall auch wert!

So, und diese Seite der "Waagschale" auch nochmal schnell zusammengezählt - 30 prächtige Babies x 600,- EUR - das sind summa summarum:

Gesamteinnahmen einer durchschnittlichen, serösen Katzenzucht in 2 Jahren:

18.000,- EUR

 

Ui Ui Ui...

PS: die Gesamtkosten beziehen sich auf den realistischen Durchschnitt der Aufzucht von 30 Kitten in 2 Jahren bei dem oben genannten, beispielhaften Züchterhaushalt; hat man weniger Kitten oder Zuchttiere, so sinken natürlich auch die Kosten entsprechend erheblich (die Einnahmen natürlich auch, aber das gleicht sich somit meist aus).

Andersherum (man hat mehr Zuchttiere) ist das natürlich ebenfalls so, wobei man grundsätzlich sagen kann, dass mehr Zuchttiere auch mehr Gewinn bedeuten (ja, ich benutze bewusst dieses "hässliche" Wort auch im Zusammenhang mit der seriösen Katzenzucht, weil es oft genug so zutrifft, ohne dass man dem entsprechenden Züchter in Bezug auf einwandfreie, tadellose Katzenhaltung und Aufzucht irgendeinen Vorwurf machen müsste). Die einwandfreie, verantwortungsvolle Kittenaufzucht selbst kostet mit ca. 240,- EUR pro Kitten (JEDER Rasse - Katze bleibt Katze!) ja doch erheblich weniger als ihr Verkauf später einbringt.

Nun kann sich ja jeder selbst ausrechnen, was an der Behauptung "wir verdienen ja nichts an den Kitten" und "der Verkaufspreis deckt gerade mal eben die Kosten (von WAS eigentlich??? Der Kittenaufzucht -hahaha - oder gleich des kompletten Hobbies - die Katzenzucht - des entsprechenden Züchters????)" dran ist, wenn ein Kätzchen 700,-, 800,- oder gar 1000,- EUR und mehr kostet. Anschaffungskosten für teure Zuchtkatzen, Bau eines Freigeheges etc. sind ruckzuck wieder eingenommen - und darüber hinaus auch noch die eine oder andere Rate für's Auto bezahlt.

Aber "natürlich" verdient keiner was - ist ja total ungehörig, mit Tieren Geld zu machen.

 

Zum Vergleich die Kosten für die "normale" Katzenhaltung zweier Katzen, ebenfalls auf 2 Jahre gerechnet:

Trockenfutter 200,- EUR

Dosenfutter 890,- EUR

Katzenstreu 600,- EUR

Gesamt: 1.690,- EUR

......OHNE Kratzbäume, Tierarzt, Futterzusätze, Spielzeug etc. (was natürlich trotzdem auch dazukommt - und zwar OHNE Züchterrabatte!!!)

In Anbetracht dieser Rechnung ist es doch nun wahrlich von keinem Katzenzüchter zuviel verlangt, seine Kittenpreise nochmals zu überdenken und somit auch seinen Beitrag zum Tierschutz zu leisten!

Und wenn er dies NICHT will, so soll er es doch wenigstens unterlassen, den Jungtierkäufern weismachen zu wollen, dass er persönlich irgendwelche besonderen Kosten durch sein Hobby habe und bei den Preisen gar auch noch "drauflegen" müsse........

...wo doch selbst der verantwortungsloseste Halter EINER EINZIGEN KATZE mehr Ausgaben noch hat, als dieser Züchter für seine ganze Zucht!!!!!!!!

© unbekannte Autorin